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Max Frisch

Max Frisch

Max Frisch: Heimat – ein Fragebogen*

Veröffentlichung:1.1.1971

Dieser Fragebogen mit 25 Fragen ermöglicht eine Selbstreflexion zum Thema Heimat. Dabei wird auch die Entwicklung einer Definition des Begriffs Heimat ermöglicht. Dies kann nach dem Ausfüllen des Fragebogens in Gruppenarbeit erfolgen.

Max Frischs „Heimat – ein Fragebogen“ aus den Tagebüchern 1966–1971 setzt sich in 25 offenen Fragen mit dem vielschichtigen Begriff „Heimat“ auseinander. Dabei geht es nicht um eindeutige Antworten, sondern um persönliche, gesellschaftliche und politische Reflexionen. Frisch thematisiert Gefühle von Zugehörigkeit und Fremdheit, Sprache, Herkunft, Erinnerungen, Migration, Nationalität und Identität. Die Fragen regen dazu an, über eigene Erfahrungen und Vorstellungen von Heimat nachzudenken und zugleich kritisch zu hinterfragen, wie Heimat konstruiert wird. Durch die offene Form des Fragebogens entsteht ein niedrigschwelliger Zugang zu einem komplexen Thema, das sowohl individuelle als auch gesellschaftspolitische Dimensionen besitzt.

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Das Medium eignet sich besonders für den Einsatz in der Sekundarstufe I und II innerhalb der Themenfelder „Identität“, „Heimat“, „Migration“, „Menschenwürde“, „Fremdsein“ oder „Zusammenleben in Vielfalt“. Didaktisch bietet der Text zahlreiche Möglichkeiten zur subjektorientierten und dialogischen Arbeit. Einzelne Fragen können als Schreibimpulse für persönliche Reflexionen genutzt werden, beispielsweise in Form eines Lerntagebuchs oder einer stillen Schreibphase. Ebenso eignet sich der Fragebogen für Partner- oder Gruppengespräche, bei denen Lernende unterschiedliche Perspektiven auf Heimat austauschen und diskutieren. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung mit biografischen Erfahrungen, aktuellen gesellschaftlichen Debatten oder interkulturellen Kontexten innerhalb der Lerngruppe. Methodisch kann der Text durch kreative Verfahren erschlossen werden, etwa indem Lernende eigene „Heimat-Fragebögen“ formulieren oder einzelne Fragen szenisch darstellen. Auch ein Vergleich mit biblischen Erfahrungen von Fremdheit und Heimatlosigkeit – beispielsweise Exodus-Erzählungen oder Fluchtgeschichten – eröffnet vertiefende religionspädagogische Zugänge. Der offene Charakter der Fragen fördert Perspektivwechsel, Empathie und die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion. Gleichzeitig sollte sensibel berücksichtigt werden, dass Fragen nach Heimat, Flucht oder Ausgrenzung für einzelne Lernende persönliche Betroffenheit auslösen können. Daher empfiehlt sich ein geschützter Gesprächsrahmen mit freiwilligen Beteiligungsmöglichkeiten.

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