Didaktisch eignet sich das Medium besonders dazu, ein für Lernende häufig abstraktes und sprachlich anspruchsvolles Thema schrittweise zu erschließen. Die Unterrichtsreihe sollte nicht mit einer fertigen Definition der Trinität beginnen. Sinnvoller ist es, zunächst Vorstellungen und Fragen der Lernenden zu Gott zu aktivieren. Der Fragebogen des Materials bietet hierfür einen geeigneten Zugang, da er nach persönlichen Vorstellungen vom dreifaltigen Gott, nach Möglichkeiten der Gotteserfahrung, nach der Bedeutung Jesu und nach Erlösung und Heil fragt. Die Antworten können zunächst in Einzelarbeit formuliert und anschließend in Partnerarbeit oder in einem Unterrichtsgespräch verglichen werden. Dabei sollte ausdrücklich deutlich werden, dass persönliche Gottesvorstellungen nicht vorschnell als richtig oder falsch bewertet werden. Sie bilden vielmehr den Ausgangspunkt für die anschließende theologische Auseinandersetzung. Ein zweiter Zugang kann über die Zahl Drei erfolgen. Die Lernenden sammeln Beispiele für Dreierstrukturen aus Alltag, Sprache, Religion und Kultur und vergleichen diese anschließend mit den Materialien zu Ägypten, Griechenland, Hinduismus, Taoismus und Bibel. Dabei ist darauf zu achten, die dort vorkommenden Dreiheiten nicht vorschnell mit der christlichen Trinität gleichzusetzen. Didaktisch produktiv ist gerade die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Auf dieser Grundlage lässt sich herausarbeiten, dass die christliche Trinitätslehre einen spezifischen Versuch darstellt, Einheit und Verschiedenheit innerhalb des christlichen Gottesverständnisses zusammenzudenken. Für die historische Erarbeitung empfiehlt sich eine problemorientierte Leitfrage wie „Wie kann Jesus zugleich Mensch und Gott sein?“ Die Lernenden können nachvollziehen, wie das frühe Christentum beim Zusammentreffen jüdischer Gottesvorstellungen mit griechischem Denken vor neue theologische Fragen gestellt wurde. Besonders motivierend können anschließend die Superheldenmodelle eingesetzt werden. Die Lernenden analysieren in Gruppen jeweils das Batman Modell, das Spider Man Modell und das Superman Modell und ordnen ihnen die dargestellten christologischen Positionen zu. Danach präsentieren sie ihre Ergebnisse und prüfen gemeinsam, welche theologischen Schwierigkeiten das jeweilige Modell hervorruft. Der Einsatz der Superhelden sollte dabei nicht als bloßer Unterhaltungseffekt verstanden werden. Die Analogien dienen als Denkmodelle, deren Möglichkeiten und Grenzen ausdrücklich reflektiert werden müssen. Gerade die Frage, an welchem Punkt ein Vergleich nicht mehr trägt, fördert theologisches Denken. Anschließend können die historischen Auseinandersetzungen um Arius und Athanasius sowie die Begriffe wesensähnlich und wesensgleich erarbeitet werden. Das Material verdeutlicht, dass hinter diesen zunächst abstrakt erscheinenden Begriffen grundlegende Fragen nach Gott, Jesus Christus, Heil und Erlösung stehen. Die grafische Darstellung der Trinität auf Seite 20 kann zur Ergebnissicherung eingesetzt werden. Die Lernenden beschreiben zunächst die Beziehungen zwischen Vater, Sohn, Heiligem Geist und Gott und formulieren anschließend in eigenen Worten, welche Aussagen die Darstellung ermöglicht und welche Missverständnisse sie verhindern möchte. Für die Oberstufe bietet sich darüber hinaus eine kritische Reflexion religiöser Sprache an. Die Lernenden können diskutieren, ob und in welchem Umfang Bilder, Modelle und Analogien überhaupt geeignet sind, Aussagen über Gott zu treffen. Damit wird die Trinitätslehre nicht ausschließlich als historisches Lehrgebäude behandelt, sondern mit der grundsätzlichen Frage verbunden, wie Menschen von Gott sprechen können. Als Abschluss empfiehlt sich eine Rückkehr zu den zu Beginn erhobenen Gottesvorstellungen. Die Lernenden können prüfen, ob und wie sich ihre Vorstellungen verändert oder differenziert haben. Dadurch werden Sachkompetenz, Wahrnehmungskompetenz, Selbstreflexion, religiöse Sprachfähigkeit und Urteilsfähigkeit miteinander verbunden. Das Material selbst verfolgt ausdrücklich das Ziel, Trinität nicht als bedeutungslose Formel zu behandeln, sondern ihre Bedeutung für christliche Identität sowie für das persönliche Gottesbild und den Dialog mit Judentum und Islam zu erschließen.