Die Kirchenlehre gilt als unveränderbar. Doch wer die Kirche im Jahr 1420 mit der 2020 vergleicht, stellt doch einige Unterschiede fest. Um mit diesem Widerspruch umzugehen, haben sich Kirchenobere über die Jahrhunderte einige Strategien ausgedacht.
Der Podcast „Hier ist aufgekreuzt“ von katholisch.de beschäftigt sich in dieser Folge mit der Frage, was „Kirchenlehre“ bedeutet und ob sie unveränderlich ist. Ausgehend von der päpstlichen Unfehlbarkeit wird erklärt, dass kirchliche Lehre aus Heiliger Schrift, Tradition, Glaubensbekenntnis, Theologie, Lehramt und dem Glaubenssinn der Gläubigen erwächst. Im Gespräch mit dem Dogmatiker Jan-Heiner Tück werden unterschiedliche Verbindlichkeitsgrade kirchlicher Lehren, die „Hierarchie der Wahrheiten“ und die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils erläutert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage nach Wandel und Kontinuität: Am Beispiel der Todesstrafe, des Verhältnisses zu nichtchristlichen Religionen, des Frauendiakonats, des Zölibats und der kirchlichen Sexuallehre wird deutlich, dass kirchliche Lehre sich nicht beliebig verändert, aber geschichtlich ausgelegt, aktualisiert und weiterentwickelt wird.