Wie du mir, so ich dir? Rache hat im modernen Selbstbild nichts zu suchen – Rachegefühle sind uns aber keineswegs fremd, sagt der Philosoph Fabian Bernhardt. Er fordert, die Rache unvoreingenommen zu betrachten, um sie besser zu verstehen.
Auge um Auge, Zahn um Zahn: Wenn von Rache die Rede ist, dann denken wir oft an blutige Exzesse in grauer Vorzeit, anderen Ländern oder sogenannten Parallelgesellschaften. In Wirklichkeit, sagt der Philosoph Fabian Bernhardt, ist uns die Rache vertrauter, als wir uns weismachen: „Die Affekte und Gefühle, die auf Rache drängen, sind uns nicht fremd geworden, – aber sie werden in unserer Gesellschaft nicht mehr als Handlungsmotivationen anerkannt. Und wenn man aus Rache heraus handelt, auch in alltäglichen Formen, die vielleicht wenig dramatisch sind, dann wird man das in der Regel nicht zugeben.“