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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftTatjana K. SchnütgenAnne Hilpert

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Tatjana K. Schnütgen,

Anne Hilpert

Tanz

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt Tanz als kulturelles und religiöses Phänomen, das sich einer präzisen Definition entzieht. Tanz wird verstanden als bewusste, performative Körperbewegung, die ästhetische Erfahrung ermöglicht und auf elementare Dimensionen menschlichen Lebens verweist. Im Christentum wurde Tanz lange Zeit aus der Spiritualität ausgeschlossen, erlebt aber seit dem 20. Jahrhundert eine Renaissance als Medium von Gebet und Meditation. Der Artikel zeigt, wie Tanz durch seine Leiblichkeit und Performativität zu transformativen Lernprozessen und religiösen Erfahrungen führt.

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Der Artikel analysiert Tanz als automotorische, performative Bewegung, die transitorische Figurationen hervorbringt und auf ästhetische Attraktionen ausgerichtet ist. Tanz gestaltet durch körperliches Medium Kraft, Zeit, Raum und Form und schließt zugleich Ruhe und Stillstand ein. Als zugängliches Medium zur Gestaltung des Selbst- und Weltverhältnisses ist Tanz gleichzeitig Kunstform mit leiblicher Resonanz, die elementare Dimensionen menschlichen Lebens eröffnet. Der Artikel würdigt Tanz als originäres Kulturphänomen mit anthropologischen, soziokulturellen und religiösen Dimensionen. Biblisches Denken versteht den Menschen nicht dualistisch, sondern als Einheit von Leib und Seele, weshalb Gottesbeziehung und Körpererfahrung zusammengedacht werden. Während Tanz in der frühen Kirche präsent war, führte kirchliche Opposition zu seinem Ausschluss aus der christlichen Spiritualität, obwohl Spuren in Liturgie und Prozessionen erhalten blieben. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts etabliert sich Kirchentanz als Medium von Gebet, Meditation und spiritueller Erfahrung in ökumenischer Offenheit. Theologische Arbeiten argumentieren mit der Dynamik des Glaubens, der freimachenden Rechtfertigung und der Flüchtigkeit als Sinnbild der Vergänglichkeit. Das Medium Tanz ist konstitutiv auf Leiblichkeit bezogen, wobei Körperwahrnehmung und -bewegung zentrale Lernprozesse ermöglichen. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Emotionalität das zentrale Steuerungselement des Menschen ist und Körper sowie Bewegung der Ursprung von Lernen darstellen. Der performative Charakter des Tanzes ermöglicht Zugang zu unverfügbaren Erfahrungen im Sinne von Momenten intensiver Präsenz und Sinnstiftung.

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