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WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

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Malen Zeichnen

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt Malen und Zeichnen als weit verbreitete, aber wenig erforschte Methoden im Religionsunterricht. Obwohl Schüler und Lehrkräfte diese Aktivitäten sehr schätzen, fehlt es an wissenschaftlicher Auseinandersetzung damit in der Religionsdidaktik. Der Text dokumentiert die historische Entwicklung von Praxisratschlägen zum Tafelzeichnen und unterscheidet drei Grundformen: Sinnbild, Sprechzeichnen und erläuternde Zeichnung, die jeweils unterschiedliche didaktische Funktionen erfüllen.

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Malen und Zeichnen sind im Religionsunterricht, besonders in der Grundschule, weit verbreitet und werden sowohl von Schülern als auch von Lehrern geschätzt. Allerdings steht diese hohe praktische Bedeutung in starkem Kontrast zu ihrer geringen Beachtung in der religionsdidaktischen Forschung und Ausbildung. Historisch lässt sich eine intensive Auseinandersetzung mit diesen Methoden in praxisorientierten Handreichungen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nachweisen, besonders in katechetischen Diskursen der 1950er Jahre und wieder seit Ende der 1980er Jahre. Das Tafelzeichnen der Lehrenden wurde primär als Veranschaulichungsmittel von Lehrinhalten genutzt. Kurt Frör unterscheidet drei Grundformen: das Sinnbild als Symbol zur Strukturierung religiöser Inhalte, das Sprechzeichnen als erzählbegleitende Methode zur Vermittlung biblischer Geschichten, und die erläuternde Zeichnung. Während das Sinnbild mit kanonisierten Symbolen arbeitete, entwickelte sich das Sprechzeichnen aus ökumenischen Überlegungen heraus und nutzt leicht erlernbare Glyphen nach bildsyntaktischen Regeln. In der Praxisliteratur entstanden kontroverse Diskussionen über technische Fragen wie Materialwahl und Farbigkeit sowie über das Verhältnis zwischen Lehrerzeichnung und Schülerzeichnung. Insgesamt zeigt sich eine historische Spannung zwischen Fachleuten, die Schülerzeichnungen als unverzichtbar für eigene kreative Ausdrucksfindung betrachteten, und jenen, die sie als unproduktiven Zeitaufwand kritisierten.

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