Der Artikel von Johannes Heger analysiert grundlagentheoretisch den Prozess der Konzeptbildung in der Religionsdidaktik als Wissenschaft. Ausgehend von der semantischen Breite des Konzeptbegriffs ordnet der Autor Konzeptbildung zunächst in den Kontext der religionspädagogischen Wissenschaftstheorie ein, die grundlegende Fragen stellt: was geforscht wird, wie, womit, wozu und in welchem institutionellen Zusammenhang. Der Artikel greift dann das Paradigma der Forschungsformate auf, das sich im interdisziplinären Fachdidaktik-Diskurs etabliert hat, um die Domänenspezifik didaktischer Forschung zu profilieren. Heger bestimmt Konzeptbildung dabei als ein spezifisches religionsdidaktisches Forschungsformat, das sich durch die gezielte Wahl von Optionen in den Bereichen Gegenstandsbereich, Bezugstheorie und Methodik auszeichnet. Das Forschungsformat wird durch ein Koordinatensystem charakterisiert, das durch kontextuelle Bedingungsfaktoren und das jeweilige Forschungsziel geprägt ist. Eine Delphie-Studie von Riegel und Rothgangel belegt, dass Konzeptbildung von der Mehrheit der religionspädagogisch Forschenden als bedeutsames und plausibles Forschungsformat anerkannt wird. Der Artikel unterstreicht damit die wissenschaftliche Legitimität und praktische Relevanz von Konzeptbildung für die Religionsdidaktik. Die Metareflexion über Konzeptbildungsprozesse ermöglicht es Studierenden, Praktikern und Forschenden, disziplinäre Entwicklungen wie die Subjektorientierung oder die empirische Wende nachzuvollziehen und die eigene Forschungspraxis zu reflektieren.