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WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

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Israiliyat

Veröffentlichung:1.5.2026

Israiliyat sind mündlich überlieferte und später schriftlich festgehaltene Texte in der islamischen Literatur, die jüdische und christliche Traditionen widerspiegeln. Sie entstanden, weil die frühen Hörer des Korans auf der arabischen Halbinsel mit diesen Traditionen vertraut waren und der Koran daher in einem allusiven, anspielungsreichen Stil verfasst wurde. Die Israiliyat dienten der Erklärung und Auslegung dieser koranischen Anspielungen und wurden von Konvertiten und Personen mit christlich-jüdischem Hintergrund in die islamische Tradition eingebracht. Sie zeigen den lebendigen Austausch zwischen den drei abrahamitischen Religionen und sind heute wichtig für das Verständnis der koranischen Textinterpretation.

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Der Artikel behandelt Israiliyat als eine Kategorie von Texten in der islamischen Exegese- und Literaturgeschichte, die jüdische, christliche und andere vorislamische Traditionen aufweisen. Diese Texte wurden zunächst mündlich tradiert und später verschriftlicht, entstanden durch die Vermittlung von Proselyten und Konvertiten zum Islam und finden sich in Korankommentaren, Prophetenbiographien und anderen religiösen Werken. Der Koran selbst war zunächst eine mündlich verkündete Botschaft, die sich an ein Publikum richtete, das mit jüdischen und christlichen Traditionen vertraut war, weshalb er einen allusiven und elliptischen Stil verwendete. Die Israiliyat fungierten als erklärende Traditionen, die diese Anspielungen verdeutlichten und das Verständnis des koranischen Textes ermöglichten, besonders für nachfolgende Generationen, die räumlich und zeitlich weiter von der Offenbarungszeit entfernt lebten. Der Artikel zeigt am Beispiel der Davidserzählung, wie Israiliyat theologische Debatten zwischen Judentum, Christentum und Islam widerspiegeln und dabei eigenständige theologische Akzente setzen. Die Israiliyat werden als Intertexte verstanden, die biblisches und post-biblisches Material aufnehmen und durch ihre Aufnahme in die islamische Tradition zu einem integralen Bestandteil derselben wurden. Der Artikel betont, dass Judentum, Christentum und Islam ein gemeinsames Erbe von Texten und deren Auslegungstraditionen teilen und dass Intertextualität ein zentrales Konzept für das Verständnis dieser Beziehungen ist. Die Israiliyat werden nicht als fremdes Material, sondern als organischer Bestandteil des interreligiösen Austauschs der Spätantike verstanden.

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