Der Artikel analysiert Comics und Graphic Novels aus kirchengeschichtsdidaktischer Perspektive und untersucht deren wachsende Bedeutung im Bildungsbereich. Während Comics lange als Trivialiteratur galten, haben sie seit den 1970er Jahren Einzug in den Bildungskanon erhalten, insbesondere durch einflussreiche Werke wie Art Spiegelmans 'Maus'. Der Text definiert Geschichtscomics als ikonische Geschichtserzählungen, die zwei Zeichensysteme (Bild und Text) vereinen und perspektivische Wahrnehmungen der Produzenten widerspiegeln, nicht objektive historische Wirklichkeit. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass Comics wie historische Romane oder Filme Geschichte inszenieren und dabei ästhetische Strategien nutzen, die das Verständnis prägen. Der Autor unterscheidet zwischen verschiedenen Typen: Sach-Comics, die auf historischen Fakten basieren, Roman-Comics mit fiktiven Figuren im historischen Kontext, Fantasie-Comics und Comic-Reportagen sowie Biografien. Besonders in der Kirchengeschichte zeigt sich eine Tendenz zu hagiografischen Inhalten und prominenten Personen wie Martin Luther. Der Artikel hebt hervor, dass empirische Daten zum Leseverhalten Heranwachsender bei Geschichtscomics begrenzt sind und der Unterschied zwischen privatem Genusslesen und schulischer Pflichtlektüre erheblich ist. Ein wichtiges Ziel ist es, Schüler darin zu befähigen, Comics mit Fachvokabular zu analysieren und ihre gestalterischen wie erzählerischen Prinzipien kritisch zu beurteilen.