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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMarcell Saß

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Marcell Saß

Gottesdienst evangelisch

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt das evangelische Gottesdienst-Verständnis in seiner theologischen Begründung und praktischen Vielfalt. Er zeigt, dass Gottesdienst nicht auf den Sonntagvormittag beschränkt ist, sondern als kommunikatives Geschehen zwischen Gott und Gemeinde verstanden wird. Luther und die reformatorische Theologie prägen dieses Verständnis durch die Betonung von Christusbezug, Gemeinschaft und Verständlichkeit. Der Artikel diskutiert auch die religionspädagogischen Implikationen und die Spannung zwischen der theologisch begründeten Vielfalt von Gottesdienstformen und ihrer statistischen Erfassung.

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Der Artikel analysiert das evangelische Gottesdienstverständnis als kommunikatives Geschehen zwischen Gott und Gemeinde, das sich nicht auf formale Kriterien wie Zeit, Ort oder Person reduzieren lässt. Marcell Saß kritisiert die Engführung der Gottesdienststatistik auf sogenannte Zählsonntage, die andere bedeutsame Gottesdienstformen wie Kasualpredigten oder Schulgottesdienste vernachlässigt. Biblisch-theologisch wird die Pluriformität von Gottesdiensten fundiert, insbesondere durch Luthers Einsicht in die kommunikative Grundstruktur und die paulinische Überzeugung, dass Gottesdienst das ganze Leben umfasst. Luthers reformatorische Impulse, die gegen römische Missbräuche gerichtet waren, etablieren den Christusbezug, Gemeinschaftsbezug und Verständlichkeit als zentrale Kriterien. Die Reformationszeit führte zu einer Stärkung des verbalen Elements und der Predigt, was bis heute die Struktur evangelischer Gottesdienste prägt. Der Artikel zeigt, wie pietistische und aufklärungstheologische Impulse diese Linien fortsetzten und die Orientierung am Individuum verstärkten. Eine problematische Entwicklung war die Individualisierung und Homilitisierung des gemeinsamen liturgischen Betens. Aktuelle praktisch-theologische Arbeiten befassen sich produktiv mit der ästhetischen Dimension des Gottesdienstes und dessen religionspädagogischem Potential. Der Artikel verbindet liturgiegeschichtliche, theologische und religionspädagogische Perspektiven zur Grundlegung einer theoriebewussten Gottesdienstpraxis.

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