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Reinhold BoschkiWiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftThomas Schlag

Reinhold Boschki,

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Thomas Schlag

Gesetz und Evangelium Evangelium und Thora

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht das theologische Verhältnis von Gesetz und Evangelium im Kontext christlich-jüdischer Beziehungen. Er kritisiert das verbreitete Missverständnis, Judentum als bloße Gesetzesreligion zu charakterisieren, und zeigt stattdessen, dass die Tora in jüdischer Tradition Wegweisung und Ausdruck der Gottesbeziehung bedeutet. Der Text belegt, dass Jesus und Paulus die Tora nicht ablehnten, sondern im jüdischen Verständnis interpretierten und praktizierten. Das Verständnis dieses Verhältnisses ist zentral für eine verantwortungsvolle religiöse Bildung in Schule und Gemeinde.

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Der Artikel behandelt das systematisch-theologische und religionspädagogische Problem des Verhältnisses zwischen Gesetz und Evangelium, das heute neu unter Berücksichtigung der christlich-jüdischen Verhältnisbestimmung diskutiert werden muss. Die Verfasser kritisieren die verbreitete negative Konnotation von Gesetz und die Reduktion des Judentums auf Legalismus, die in Unterrichtsmaterialien oft zu finden ist. Sie zeigen, dass Tora primär nicht 'Gesetz' im westlichen Sinne bedeutet, sondern 'Weisung' und 'Wegweisung zum Leben', wobei der rabbinische Begriff Halacha ('das Gehen') ein dynamisches Verständnis ausdrückt. Die Mitzwot (Gebote) sind in dieser Tradition Erinnerungshandlungen, die die Gottesnähe im alltäglichen Leben ausdrücken, nicht unterjochende Legalität. Die heilsgeschichtliche Struktur der Tora zeigt, dass Gottes Verheißung und Heilstat im Exodus vorausgehen und die Gebote folgen, also das Heil dem Gesetz vorangeht. Das Neue Testament steht in Kontinuität mit dieser jüdischen Tradition: Jesus wird in allen Evangelien als Tora-treu dargestellt, der die Tora nicht aufhob, sondern erfüllte und theologisch reinterpretierte. Die 'New Perspectives on Paul' zeigen, dass Paulus als Jude verstanden werden muss, der das Gesetz nicht verachtete, sondern zwischen Ritual- und Moralgeboten unterschied. Paulus trat für ein beschneidungsfreies, nicht aber gesetzesfreies Evangelium ein, wodurch das Verhältnis von Gesetz und Evangelium nicht als Gegensatz, sondern als differenzierte Kontinuität erscheint. Die richtige Bestimmung dieses Verhältnisses ist fundamental für authentische religiöse Bildung und christlich-jüdische Lernprozesse.

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