Der Artikel verfolgt die Entwicklung der Ehevorbereitung in der katholischen Kirche von 1950 bis heute. Heeg zeigt einen grundlegenden Paradigmenwechsel: Von der „Standesunterweisung" mit rechtlichen und moralischen Belehrungen (klassisches „Vier-Referenten-Modell") hin zur ganzheitlichen Begleitung von Paaren. Das Zweite Vatikanische Konzil markiert den Wendepunkt mit seinem personalen Verständnis der Ehe (nicht Vertrag, sondern Abbild der Liebe Christi). Die Würzburger Synode (1971-1975) konkretisiert dies: Ehevorbereitung als kommunikativer Prozess der Paare, nicht als Belehrung. Zentrale Themenbereiche sind heute Partnerschaftskommunikation, theologisches Verständnis der Ehe als Sakrament und Gestaltung des Traugottesdienstes. Aktuelle Formate reichen von klassischen Seminaren über Erlebnispädagogik (Kanutour, Hochseilgarten) bis zu Digitales (Apps mit ~12.000 Nutzern). Heeg benennt offene Herausforderungen: sinkende Teilnehmerzahlen (nur ~10% der kirchlich trauenden Paare), Notwendigkeit beziehungsbegleitender Pastoral, Unterscheidung zwischen vertraglicher Gültigkeit und sakramentaler Wirklichkeit sowie pastorale Fragen zu gleichgeschlechtlichen Paaren.