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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftEva Stögbauer-Elsner

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Eva Stögbauer-Elsner

Dekalog bibeldidaktisch Sekundarstufe

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die Didaktik des Dekalogs (Zehn Gebote) im Religionsunterricht der Sekundarstufe. Er analysiert, wie die Zehn Gebote in der modernen Gesellschaft sowohl religiös als auch ethisch rezipiert werden, und berücksichtigt dabei die veränderten Verstehensvoraussetzungen einer säkularen und heterogenen Schülerschaft. Der Autor erörtert empirische Befunde zu Schülervorkenntnissen und Wertvorstellungen sowie die kognitiven Herausforderungen beim Verstehen biblischer Normen in ihrer historischen Dimension.

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Der Dekalog besitzt trotz Säkularisierung hohe gesellschaftliche Akzeptanz und gehört zu den klassischen Themen des Religionsunterrichts in der Sekundarstufe. Die Auseinandersetzung mit den Zehn Geboten oszilliert zwischen biblischem und ethischem Lernen, wobei eine Tendenz zur rein ethischen Interpretation zu beobachten ist. Schülerinnen und Schüler bringen bereits Vorkenntnisse mit und verfügen über differenzierte Wertesysteme, die geprägt sind durch Familie und Peers mehr als durch religiöse Quellen. Empirische Studien zeigen, dass Jugendliche vor allem die sozialen Gebote (zweite Tafel) akzeptieren, während die Gebote zum Verhältnis zu Gott (erste Tafel) auf weniger Resonanz stoßen. Dies deutet auf eine säkulare Loslösung derjenigen Gebote hin, die sich ausdrücklich auf Gott beziehen. Jugendliche erwarten zusätzlich eine Berücksichtigung ihrer eigenen Bedürfnisse, was der Dekalog nur indirekt leistet. Die Lernenden sind mit einem komplexen Übersetzungsvorgang konfrontiert, der historisches Verstehen sowie die Fähigkeit erfordert, biblische Intentionen auf gegenwärtige Phänomene zu beziehen. Dabei müssen entwicklungspsychologische Besonderheiten beachtet werden, da Schüler der Sekundarstufe I noch begrenzte Fähigkeiten zur historisch-kritischen Reflexion aufweisen. Der Artikel plädiert dafür, den Dekalog als Medium religiöser Bildung zu verstehen und nicht nur als Wertebildung, um der Heterogenität der Schülerschaft gerecht zu werden.

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