Der Artikel von Eva Stögbauer-Elsner behandelt die Methode des Legens von Bodenbildern, die aus der Religionspädagogischen Praxis (RPP) stammt, einem in den 1970er Jahren von Franz Kett und Schwester Esther Kaufmann entwickelten Ansatz ganzheitlicher christlicher Erziehung. Bodenbilder werden als Ausdrucksmittel zur Veranschaulichung eingesetzt und sind heute weit verbreitet im Elementarbereich, Grundschulunterricht und in der Gemeindekatechese, ohne dass meist noch ein bewusster Bezug zur RPP besteht. Die Autorin weist auf ein Defizit hin: Während Bodenbilder in der pädagogischen Praxis häufig angewendet werden, fehlt es an wissenschaftlicher und didaktischer Reflexion dieser Methode. Bodenbilder verfolgen die Intentionen der Glaubenserkundung, Veranschaulichung und Verinnerlichung biblischer sowie religiöser Inhalte und ermöglichen einen ganzheitlichen und emotionalen Zugang. Sie funktionieren als Mittelbild für Gruppen oder als individuelle Bilder zur Ausdrucksgestaltung und können mit anderen Methoden kombiniert werden. Die Autorin unterscheidet drei Arten von Mittelbildern: illustrierende, reduzierende und abstrahierende Bodenbilder, die verschiedene Funktionen erfüllen. Der Artikel thematisiert auch die kritischen Anfragen zur RPP hinsichtlich fehlender didaktischer und fachwissenschaftlicher Reflexion sowie der Vernachlässigung kognitiver und reflexiv-kommunikativer Dimensionen religiösen Lernens.