Der Artikel behandelt den Advance Organizer als eine von David P. Ausubel 1960 entwickelte didaktische Organisationshilfe, die die Kluft zwischen bestehenden Vorkenntnissen und neuem Wissen überbrückt. Der Advance Organizer funktioniert auf einer höheren Abstraktionsebene als die Unterrichtsinhalte selbst und schlägt durch die Verknüpfung von Problemstellungen, Begriffen und Konzepten eine Brücke zwischen Schülervorkenntnissen und sachlogischen Inhaltsstrukturen. Ausubels Konzept des Meaningful Verbal Learning basiert auf der Annahme hierarchisch organisierter kognitiver Strukturen, wobei die Lehrkraft neues Wissen präsentiert und erläutert (rezeptives Lernen). Der Advance Organizer dient als kognitive Landkarte, die Orientierung und Lernmotivation bietet. Der Artikel kritisiert die verbreitete "Osterhasenpädagogik", bei der Unterrichtsziele bewusst verborgen bleiben, und plädiert stattdessen für schülerorientierte, transparente Unterrichtsstrukturen. Jerome Bruner präsentierte mit seinem Konzept des entdeckenden Lernens einen konstruktivistischen Gegenentwurf, der den aktiven Lerner in den Mittelpunkt stellt. Ein breiter Konsens besteht darin, dass der Advance Organizer ein wertvolles Instrument ist, das mit Bruners selbstständigkeitsorientiertem Ansatz verbunden werden sollte. Der praktische Einsatz von Advance Organizern ist im Schulalltag wenig verbreitet, obwohl sie nachweislich Aufmerksamkeit, Lernmotivation, Selbstwirksamkeit und Behaltensleistung fördern. Der Artikel argumentiert für eine alternative Unterrichtspraxis, die Schüler*innen als Subjekte ihres Lernens ernst nimmt und durch metakognitive Reflexionsphasen transparente Lernarrangements schafft.