Martina Steinkühlers Artikel untersucht die Didaktik der Abraham- und Sara-Geschichten für Grundschüler im Kontext schulischer Übergänge. Sie verknüpft entwicklungspsychologische Erkenntnisse mit theologischen Gehalten: Während Schüler in der ersten Klasse primär Fragen der Geborgenheit und Zugehörigkeit stellen (Leitthema: Segen), beschäftigen sich Schüler in den Übergangsklassen mit Aufbruch, Verantwortung und Mut. Die Abraham-Erzählungen aus Genesis 11-25 bieten sich an, da sie individuelle, charakterisierte Personen mit eigenen Lebensläufen präsentieren und ein vertrautes, begleitendes Verhältnis zu Gott darstellen. Steinkühler betont die Bedeutung der mündlichen Tradition und Sagenbildung und erklärt Kindern, dass die Geschichten auf historischen Nomadenerfahrungen beruhen, aber in theologischer Absicht erzählt werden. Zentrale Motive sind Land, Nachkommen, Segen und Bund, die in der Friedensvision (Schalom) münden. Der Artikel berücksichtigt die unterschiedlichen religiösen Perspektiven: Das Christentum betont Glaubensgehorsam, das Judentum die Land- und Volkwerdungstradition, der Islam fokussiert auf den Ismael-Strang. Für Grundschüler ist insbesondere das Segens-Motiv von Bedeutung, das existenzielle Sicherheit vermittelt und die Erfahrung einer zugewandten Gottheit ermöglicht.