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Münchner Theologische ZeitschriftWinfried Haunerland

Münchner Theologische Zeitschrift,

Winfried Haunerland

Kirche ist communio

Veröffentlichung:1.5.2026

Der oberste Grundsatz der nachkonziliaren Liturgiereform, die tätige Teilnahme aller Gläubigen an den liturgischen Feiern, enthält im Grundsatz Erwartungen, die eng mit dem Modell einer Gemeinde- oder Entscheidungskirche verbunden sind. Eine Kirche, die sich aber nicht sektenhaft abschlieäen, sondern eine einladende und viele integrierende „Volkskirche neuen Typs" sein will, muss für ganz unterschiedliche Formen individueller Teilhabe an ihren Gottesdiensten offenbleiben.

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Der oberste Grundsatz der nachkonziliaren Liturgiereform, die tätige Teilnahme aller Gläubigen an den liturgischen Feiern, enthält im Grundsatz Erwartungen, die eng mit dem Modell einer Gemeinde- oder Entscheidungskirche verbunden sind. Eine Kirche, die sich aber nicht sektenhaft abschlieäen, sondern eine einladende und viele integrierende „Volkskirche neuen Typs" sein will, muss für ganz unterschiedliche Formen individueller Teilhabe an ihren Gottesdiensten offenbleiben. Der Beitrag fragt nach Impulsen, die sich für die Ekklesiologie ergeben, wenn partielle liturgische Teilhabe nicht nur defizitorientiert beurteilt, sondern als Ausdruck einer partiellen kirchlichen Gemeinschaft wertgeschätzt wird. Mit den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils ist vor allem ein neues Bewusstsein von Kirche verbunden. Die durch das Erste Vatikanische Konzil geförderte Konzentration auf den Papst und damit auf die Universalkirche wurde durch eine vertiefte Sicht auf das Bischofsamt und damit auf die Ortskirchen relativiert. Die oftmals auch die Praxis bestimmende Vorstellung, dass die Kirche allein durch die ordinierten Amtsträger handeln könne und deshalb vor allem aus dem Klerus bestehe, erhielt ihre Korrektur durch eine Wiederentdeckung der Kirche als Volk Gottes und eine vertiefte Sicht der grundlegenden Berufung aller durch die Taufe. Damit ist eine grundsätzliche Anerkennung des ekklesialen Subjektstatus aller Getauften verbunden, dessen Konsequenzen in der Praxis längst nicht eingeholt sind. Ursache dafür sind allerdings nicht nur Hindernisse durch kirchliche Strukturen oder kirchliche Funktionsträger, die ihren bisherigen Einfluss nicht gefährden wollen. Der grundsätzlichen Anerkennung des Subjektstatus aller Getauften entspricht vielmehr auch von der Sache her die Erwartung, dass diese Getauften sich mit der Kirche, deren Teil sie ja sind, identifizieren und die Kirche in ihnen und durch sie lebt. Das schlieät die Teilnahme der Getauften am sakramentalen, gottesdienstlichen Leben ein. Daraus folgt natürlich, dass die Teilnahme am Gottesdienst ein Ausdruck kirchlicher Gemeinschaft ist. Was bedeutet es aber dann ekklesiologisch, dass Intensität und Formen der liturgischen Teilnahme höchst unterschiedlich sind?1 1

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