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feinschwarzAmanda Ruf

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Amanda Ruf

Die Idee der Gendergerechtigkeit in einer männlichen Kirche

Veröffentlichung:1.5.2026

Die katholische Kirche lehnt Gendergerechtigkeit durch strukturelle Hierarchien und männliche Machtstrukturen ab, während Bewegungen wie Maria 2.0 trotz massiver Austritte weiterhin für Gleichberechtigung kämpfen.

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Der Artikel thematisiert den anhaltenden Kampf um Gendergerechtigkeit in der katholischen Kirche und analysiert die tieferliegenden Gründe für die institutionellen Widerstände gegen Gleichberechtigung. Die Autorin beginnt autobiografisch mit ihrer eigenen Erfahrung als Kind, das gegen die Ausgrenzung von Frauen im Ministranten-Dienst protestierte, und stellt fest, dass sich zwar oberflächlich einiges zum Positiven gewandelt hat – Frauen sind heute vielerorts Ministrantinnen – die strukturellen Probleme jedoch ungelöst bleiben. Als Wendepunkt wird die Initiative Maria 2.0 vom Mai 2019 benannt, die als Reaktion auf systematische sexuelle Gewalt in der Kirche gegründet wurde und von vielen Menschen quer durch alle Gesellschaftsschichten Gleichberechtigung, Anerkennung vielfältiger Lebensformen und die Abschaffung des Zölibats fordert. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Die Zahlen der Kirchenaustritte steigen dramatisch, wobei etwa 40 Prozent der Austrittsgründe auf Unzufriedenheit mit der Institution und ihren männlichen Amtsträgern zurückgehen. Die Kirche selbst reagiert auf Reformbemühungen mit offener Ablehnung, formalisiert bestenfalls längst gelebte Praktiken wie Lesungen durch Frauen, während sie gleichzeitig echte Machtteilhabe wie das weibliche Diakonat blockiert. Um die systemischen Widerstände zu verstehen, greift die Autorin auf die Sozialanthropologin Mary Douglas und deren Grid-Group-Schema zurück, das erklärt, wie gesellschaftliche Strukturen durch die Dimensionen von Hierarchie (Grid) und Solidarität (Group) geprägt werden. Dieses analytische Werkzeug ermöglicht es, die widersprüchlichen Positionen der Kirche zu Gendergerechtigkeit nachvollziehbar zu machen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche normative Konzepte zu gegensätzlichen Interpretationen von Gleichberechtigung führen.

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