Der Artikel thematisiert die kritische Phase des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland, der 2019 als Reaktion auf den Missbrauchsskandal gestartet wurde. Auf der bevorstehenden IV. Plenarversammlung in Frankfurt stehen wegweisende Abstimmungen an – etwa zur Gleichberechtigung von Frauen in Ämtern, zur Abschaffung des Pflichtzölibats und zur Haltung gegenüber sexueller Vielfalt. Die Autorin betont, dass diese offene Debatte bemerkenswert ist, warnt aber vor Verzögerungstaktiken und Abschwächungen in den kritischen Momenten.
Das zentrale Problem liegt im zeitlich limitierten Ende des Synodalen Wegs im Februar 2023. Die Autorin argumentiert grundsätzlich, dass echte Synodalität mit echter Mitentscheidung nicht auf Zeit begrenzt sein kann, ohne sich selbst zu widersprechen. Gewaltenteilung funktioniert nur als dauerhafte Struktur. Deshalb muss der Synodale Weg in ein permanentes Gremium überführt werden – einen „Synodalen Rat", der von Bischofskonferenz und ZdK getragen wird, aber auch bisher unterrepräsentierte Gruppen wie Ordensleute und Fachleute einbezieht. Dieser Rat soll bindungsfähig entscheiden können und mit angemessener personeller und finanzieller Ausstattung arbeiten. Nur so wird Synodalität von einer Episode zu einer systemischen Antwort auf das identifizierte Strukturproblem der Kirche.