Werner Hemsing untersucht, wie ReligionslehrerInnen in der Erzdiozese Wien mit der wachsenden konfessionellen und religioesen Vielfalt an ihren Schulen umgehen und welche Kooperationserfahrungen sie gemacht haben. Demografische Veraenderungen und die steigende Zahl staatlich anerkannter Kirchen und Religionsgemeinschaften (2008: 13; heute: 16) haben die Schullandschaft grundlegend veraendert. Im Schuljahr 2015/16 besuchten von rund einer Million oesterreichischen SchuelerlnnenInnen etwa 800.000 einen konfessionellen Religionsunterricht - mit dem Katholischen Religionsunterricht an erster Stelle (ca. 77 %), gefolgt vom Islamischen (ca. 9 %). Die multireligioese Realitaet wirft praktische Fragen auf: Wie kann das Schulleben so gestaltet werden, dass es den Beduerfnissen aller Religionsgruppen gerecht wird? Sollen religioese Feste gemeinsam oder getrennt gefeiert werden? Hemsing stellt die Ergebnisse einer empirischen Befragung von ReligionslehrerInnen vor, die im Rahmen des Projekts KoKoRU (Konfessionell-Kooperativer Religionsunterricht) in Wien durchgefuehrt wurde. Die Befragten berichten von konkreten Kooperationserfahrungen: gemeinsame Projekte, gegenseitige Hospitationen und gemeinsame Schulveranstaltungen. Der Beitrag zeigt, dass interreligioese Kooperation im Schulalltag moeglich und fruchtbar ist, aber strukturelle Unterstuetzung benoetigt.