Thomas Benesch beschreibt eine empirische Studie zum Gottesbild von Jugendlichen mithilfe des Instruments des Semantischen Differentials. Zunächst werden qualitative Voruntersuchungen durchgeführt, um geeignete Gegensatzpaare für Attribute Gottes zu gewinnen – etwa in den Bereichen Umfeld sowie körperliche und geistige Merkmale. Aus einem umfangreichen Pool wurden 27 Gegensatzpaare (z.B. nah-fern, streng-gütig, persönlich-abstrakt) ausgewählt und in einem standardisierten Fragebogen eingesetzt, den Jugendliche ausfüllten. Die Auswertung erfolgt mittels Faktorenanalyse, die übergeordnete Dimensionen des Gottesbildes herausarbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass das Gottesbild der Jugendlichen mehrdimensional ist und stark von Sozialisationserfahrungen – insbesondere von religiöser Erziehung – abhängt. Religiös erzogene Jugendliche zeigen ein höheres Reflexionsniveau bei Gottesbildfragen als nicht religiös erzogene. Die Studie verbindet qualitative und quantitative Methoden und leistet damit einen Beitrag zur empirischen Religionspädagogik sowie zur Unterrichtsgestaltung im Religionsunterricht.