Stefanie Frischauf-Busta stellt ihre Diplomarbeit am Institut fuer Praktische Theologie der Universitaet Wien vor. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich die Funktion des Friedhofs in der gesellschaftlichen Wahrnehmung gewandelt hat: vom Ort des Glaubens an Auferstehung und ewiges Leben hin zu einer reinen Begraebnisststaette. Diese Entfremdung betrifft besonders Kinder und Jugendliche, fuer die der Friedhof als Glaubensort kaum noch erfahrbar ist. Die Arbeit entwickelt auf Basis der Kirchenpaedagogik und der performativen Religionsdidaktik ein Konzept der Friedhofspaedagogik fuer die Sekundarstufe I. Zentrale Referenz ist der evangelische Theologe Michael Wolf, der Friedhofspaedagogik als 'religionspaedagogisch verantwortetes Konzept fuer eine Praxis der Friedhofsbegehung' definiert. Wolf versteht die Friedhofsbegehung als Form des aufsuchenden Unterrichts, der Zugaenge zu religioesen Bezuegen in Architektur, Grabmaelern, Symbolen und Bibelversen eroeffnet. Frischauf-Busta erweitert diesen Ansatz um Elemente der performativen Religionsdidaktik und entwickelt konkrete Methoden und ein Unterrichtskonzept fuer SchuelerlnnenInnen der Sekundarstufe I. Ziel ist es, den Friedhof als Ort sichtbar zu machen, an dem Glaube sowohl sichtbar ist als auch gelebt werden kann. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur praxisorientierten Religionsdidaktik und zur Erschliessung ausserschulischer Lernorte.