Petra Juen legt in ihrer Diplomarbeit (Universität Innsbruck) eine empirische Untersuchung zum Umgang mit Religion in öffentlichen französischen Schulen vor. Als Sprachassistentin in der Bretagne erhob sie Daten mittels Experteninterviews, Gesprächsprotokollen, Forschungstagebuch, Hospitationsprotokollen und Dokumentenanalyse. Ihr theoretisches Gerüst bilden die Öffentliche Theologie, die Öffentliche Religionspädagogik sowie das Konzept des ‚learning in, from, about and through religion' nach Grimmitt/Roebben. Das zentrale Ergebnis: Die laïcité fungiert in Frankreich als eine Art Zivilreligion – Religion ist Privatsache und benötigt einen klar definierten Rahmen, um im öffentlichen Raum Schule thematisiert zu werden. Der Satz ‚Religion ist kein Thema, das einem als Konversationsthema in den Sinn kommen wird' bringt diesen kulturellen Befund auf den Punkt. Juen diskutiert Chancen und Grenzen des laizistischen Modells für religiöse Bildung und zieht Vergleiche zum österreichischen konfessionellen Religionsunterricht.