Ogris und Neureiter berichten über eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrpersonen in Luxemburg, die anlässlich der Einführung des neuen Pflichtfaches ‚Vie et société' (Leben und Gesellschaft) konzipiert wurde. Dieses Fach ersetzt den konfessionellen Religionsunterricht und hat einen explizit pluralitätssensiblen Ansatz. Die Fortbildung zielte auf die Sensibilisierung für interkulturelles und interreligiöses Lernen sowie die Reflexion der eigenen kulturellen und religiösen Positionierung. Methodisch wird das Konzept des Perspektivenwechsels in den Mittelpunkt gestellt: LehrerInnen erfahren am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, die eigene Position zu hinterfragen und fremde Perspektiven einzunehmen. Konkrete Übungen und Methoden aus der Fortbildungsreihe werden vorgestellt. Die Autorinnen argumentieren, dass dieser Perspektivenwechsel eine unverzichtbare Kompetenz für Lehrpersonen in pluralen Gesellschaften ist und die Qualität interreligiösen Lernens entscheidend beeinflusst.