Der Artikel behandelt die Empfehlung des Europarates von 2008 zur Dimension von Religionen und nicht-religiösen Überzeugungen in interkultureller Bildung. Diese unterscheidet sich von bekenntnisgebundener Religionspädagogik durch ihren Fokus auf objektive Wissensvermittlung über religiöse Vielfalt. Das zentrale Konzept des ‚sicheren Raums' wird als wünschenswerte Klassenatmosphäre definiert, in der Schüler ihre Positionen offen ausdrücken können, ohne Furcht vor Verurteilung oder Lächerlichkeit. Jackson präsentiert Ergebnisse des europäischen REDCo-Forschungsprojekts, das 14- bis 16-Jährige in acht europäischen Ländern befragte. Die Forschung zeigt, dass Schüler Schulen als potenzielle sichere Räume für religiöse Dialoge sehen, dies aber von mehreren Faktoren abhängt: klaren Verhaltensregeln, der Lehrkompetenz zur Moderierung, Schülerselbstvertrauen und sensiblem Umgang mit Konflikten. Untersucht werden Lehrereinstellungen, lokale Kontexte und Schülerperspektiven. Erfolgreich sind Diskussionen, wenn Lehrer offene Fragen stellen, Unterbrechungsfreiheit gewährleisten, Neutralität bewahren und sachlich informieren. Herausforderungen entstehen durch Vulnerabilität religiöser Minderheiten, Konfliktvermeidungswünsche und Machtstrukturen. Der Artikel analysiert die Rolle von Grundregeln, demokratischen Prinzipien sowie Fragen von Wahrheit, Bedeutung und Religionsfreiheit. Schlussfolgerung: Sichere Räume für Dialog sind erreichbar durch geeignete Methoden, erhöhtes Lehrerbewusstsein für Machtrelationen und systematisches Training, wobei residuales Risiko unvermeidbar bleibt.