Der Artikel untersucht die Moscheekatechese als unverzichtbare Institution für die religiöse Sozialisation von Muslimen in Deutschland seit den 1970er-Jahren. Ceylan definiert Moscheekatechese als mündliche und schriftliche Vermittlung der islamischen Botschaft auf Grundlage von Taqwa (Gottesbewusstsein) und Wahiy (Gottes Beziehung durch den Koran) zur Internalisierung der Glaubensartikel und Praktizierung derselben sowie zur Förderung einer ethischen Lebensführung. Die Inhalte konzentrieren sich auf die systematische Vermittlung der sechs Glaubensartikel, die fünf Säulen des Islam, die Koranrezitation und das Memorieren. Die Methoden sind hauptsächlich traditionell (Memorieren, Repetition, Praxisanleitung), Lehrpersonen sind Imame, Predigerinnen und Betreuungspersonal. Der Autor identifiziert multiple religionspädagogische Herausforderungen: Fehlende einheitliche Standards und Lehrpläne in den etwa 2500 Gemeinden, mangelnde pädagogische Qualifikation des Personals, Sprachbarrieren der Imame, Missachtung der Lebenswirklichkeit von Kindern im Migrationskontext, fehlende didaktisch-methodische Differenzierung, unzureichende Räumlichkeiten und Materialien, keine Evaluation von Lernergebnissen, sowie ein überholtes Unterrichtsverständnis, das auf oberflächliches Memorieren abzielt statt auf Verständnis und kritische Reflexion. Der Artikel argumentiert, dass die Moscheekatechese dringend akademisiert und mit christlichen religionspädagogischen Traditionen und Methoden kooperieren sollte. Dies erfordert die Gründung religionspädagogischer Institute an Universitäten für Islamische Theologie, systematische Forschung zur Situation in den Gemeinden, Entwicklung neuer bedarfsgerechter Lehrpläne, Qualifizierung des Personals und regelmäßige Evaluationen. Nur durch Problembekusstsein und Unterstützung der muslimischen Gemeinden können bedeutsame Reformen umgesetzt werden.