Der Artikel präsentiert ein innovatives religionspädagogisches Konzept aus der Universität Kassel. Die Autor/-innen erläutern die Jugendtheologie als Weiterführung der Kindertheologie unter Berücksichtigung der spezifischen Entwicklungsvoraussetzungen Jugendlicher. Der Text macht deutlich, dass Jugendtheologie sich von der Kindertheologie unterscheidet durch das höhere Lebensalter, komplexere kognitiven Kompetenzen, erweiterte Erfahrungen und veränderte Interessenlagen Jugendlicher. Ein wichtiger Einschnitt ist die Pubertät mit ihren gravierenden Veränderungen, was neue Anforderungen an die religiöse Reflexion stellt. Die zweite These betont, dass die Reflexion der eigenen religiösen Entwicklung zentral für theologisches Denken ist. Jugendliche müssen ihre Glaubensüberzeugungen vor dem Hintergrund von Herausforderungen wie der Theodizeefrage und dem Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft neu durchdenken. Die dritte These hebt die Authentizität und Rollenklarheit der Lehrperson hervor, die symmetrisch mit Schüler/-innen auf einer Beziehungsebene agiert, ohne dabei ihre Orientierungsfunktion aufzugeben. Die Lehrperson muss flexibel zwischen den Rollen der aufmerksamen Beobachterin, stimulierenden Gesprächspartnerin und begleitenden Expertin wechseln können. Die vierte These argumentiert, dass die Einbeziehung von Studierenden in die Unterrichtsforschung sowohl der Forschung als auch der Professionalisierung der zukünftigen Lehrkräfte zugute kommt. Der Artikel betont die Bedeutung ganzheitlicher Erfahrungsräume und unterstreicht, dass Theologische Gespräche nicht nur kognitiv ausgerichtet sein dürfen, sondern auch emotionale und praktische Dimensionen einbeziehen müssen.