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Religionspädagogische BeiträgeLaura Enders

Religionspädagogische Beiträge,

Laura Enders

Die Rolle des/der katholischen Religionslehrers/Religionslehrerin

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht die Rolle des katholischen Religionslehrers/der Religionslehrerin auf Grundlage soziologischer Rollentheorie und kirchlicher Verlautbarungen. Im Fokus stehen die Erwartungen und Anforderungen, die von verschiedenen Bezugsgruppen (Kirche, Staat, Schüler/-innen, Eltern, Kollegium, Gemeinde) an Religionslehrende gestellt werden, sowie die daraus ableitbaren Kompetenzen für diese Berufsgruppe.

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Der Artikel von Laura Enders behandelt die Rolle des katholischen Religionslehrers/der Religionslehrerin als Dissertationsprojekt aus soziologischer Perspektive. Ausgehend vom soziologischen Rollenverständnis werden die Erwartungen und Anforderungen an Religionslehrende untersucht. Der Artikel verdeutlicht, dass es bei dieser Berufsgruppe nicht um verallgemeinerte Rollenfestlegungen gehen kann, da die Anforderungen von verschiedenen Bezugsgruppen zu unterschiedlich sind. Grundlegend ist die doppelte Begründung des Religionsunterrichts: Religionslehrende sind sowohl im Dienst des Staates als auch der Kirche tätig. Nach Art. 7 Abs. 3 GG ist der katholische Religionsunterricht ordentliches Lehrfach und wird bekenntnisgebunden unterrichtet. Der Artikel analysiert zentrale Erwartungen der Deutschen Bischofskonferenz: Religion und Glaube dürfen nicht bloße Unterrichtsgegenstände sein, sondern müssen zur Standposition der Lehrperson werden. Für Jugendliche ist die Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft an die Glaubenshaltung ihrer Zeugen gebunden. Die Lehrperson benötigt eine eigene Glaubensposition, darf aber nicht versuchen, Schüler/-innen für die eigene Sache zu vereinnahmen. Es geht nicht um reine Wissensvermittlung, sondern um Ermöglichung von religiösen Erfahrungen. Aus diesen Erwartungshaltungen werden mehrere erforderliche Kompetenzen abgeleitet: Applikationskompetenz (Handeln aus religiöser Motivation), Authentizität/Glaubwürdigkeit, Differenzkompetenz (produktiver Umgang mit Spannung zwischen Orientierung und Offenheit), Empathie, Identitätsfindung, personale Kompetenz als Beziehungskompetenz, religiöse und berufliche Handlungsfähigkeit sowie soziale und kommunikative Kompetenz. Der Artikel macht deutlich, dass gerade Religionslehrende durch ihren täglichen Kontakt zu jungen Menschen entscheidend vermitteln können, was Kirche, Religion und Glaube bedeuten.

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