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Religionspädagogische BeiträgeHolger Zeigan

Religionspädagogische Beiträge,

Holger Zeigan

Kompetenzorientierung im allgemeinbildenden Religionsunterricht

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht die Kompetenzorientierung im Religionsunterricht aus der Perspektive der Allgemeinbildung. Nach einer Analyse verschiedener Kompetenzmodelle entwickelt der Autor ein Modell für allgemeinbildenden Religionsunterricht mit acht grundsätzlichen Kompetenzbereichen und konkretisiert diese exemplarisch für die Jahrgangsstufe 5/6.

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Der Artikel befasst sich mit der Frage, wie Kompetenzorientierung sinnvoll im Religionsunterricht umgesetzt werden kann. Der Autor argumentiert zunächst, dass die Beantwortung dieser Frage davon abhängt, wie man Religionsunterricht definiert: Wer ihn als Missionsunterricht versteht, wird Schwierigkeiten haben, abfragbare Kompetenzen zu formulieren. Wer ihn hingegen an Allgemeinbildung orientiert, kann durchaus Kompetenzen und Standards definieren. Der Artikel präsentiert zunächst einen Überblick über verschiedene Kompetenzmodelle, die von der Deutschen Bischofskonferenz, den Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA), der Evangelischen Kirche in Deutschland und verschiedenen Bundesländern formuliert wurden. Dabei zeigt sich ein heterogenes Bild mit Überschneidungen und Divergenzen sowie unterschiedlichen Begrifflichkeiten. Als Grundlage für eine bessere Systematisierung entwickelt der Autor ein Modell des allgemeinbildenden Religionsunterrichts. Allgemeinbildung wird hier verstanden als Entwicklung von Denkfähigkeit, Ermöglichung einer Enkulturation, Aufbau ethischer Kompetenz und Förderung des Selbst-Bewusstseins. Daraus ergeben sich acht Kompetenzbereiche für den Religionsunterricht: (1) Wahrnehmungskompetenz – Wissen über Religion und Christentum in der Welt; (2) Fragekompetenz – Interesse an religiösen Gedanken entwickeln; (3) Methodenkompetenz – Techniken der Botschaftentschlüsselung beherrschen; (4) Deutungskompetenz – religiöse Zeugnisse verstehen; (5) Urteilskompetenz – eigene Standpunkte zu religiösen Fragen vertreten; (6) Reflexionskompetenz – Verantwortungsempfinden für theologische Antworten; (7) Individuationskompetenz – Persönlichkeitsentwicklung durch kreative Auseinandersetzung; (8) Kommunikationskompetenz – Dialog mit religiösen und weltanschaulichen Positionen. Im dritten Teil konkretisiert der Autor diese Kompetenzbereiche für die Jahrgangsstufe 5/6 mit jeweils operationalisierbaren Kompetenzen, die an konkrete Inhalte des Religionsunterrichts (Gottesfragen, Jesus, abrahamitische Religionen, Schöpfung, Bibel, Kirchengeschichte, Feste und Rituale) angebunden werden können. Die Leitfrage des kompetenzorientierten Unterrichts bleibt: Was sollen Schüler/innen am Ende einer Jahrgangsstufe können?

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